Interaktive Exploration
von Interaktions-Fingerprints

Lucas Dollmann · Bachelorarbeit Life Science Informatik · SS 2026
Universität Konstanz

Protein-Ligand-Bindung und MD-Simulation

  • Ligand: kleines Molekül, das sich in die Bindetasche eines Proteins einlagert
    • gehalten von vielen schwachen Wechselwirkungen
    • Wasserstoffbrücken, hydrophobe Kontakte, ionische Wechselwirkungen, π-Stacking
  • MD-Simulation: berechnet über ein Kraftfeld die Bewegung aller Atome über die Zeit
    • Ergebnis: eine Trajektorie aus Einzelbildern (Frames)
    • Wechselwirkungen bilden sich, lösen sich, verschieben sich
  • Frage: welche Wechselwirkungen bestehen stabil, welche nur kurzzeitig?
MD-Frame t0
MD-Frame t1
MD-Frame tn
Zeit →

Interaction Fingerprint (IFP)

  • Binärer Bitvektor je Frame, ein Bit je Kombination aus Residue und Interaktionstyp
  • Ursprung: SIFt (Deng et al. 2004) für einzelne, statische Strukturen
  • ProLIF überträgt die Idee auf MD-Trajektorien und berechnet einen Fingerprint je Frame
  • Vergleichbar: die Hamming-Distanz zählt, in wie vielen Bits sich zwei Fingerprints unterscheiden
Bit 1 Bit 2 Bit 3 Bit 4 Bit 5 Bit 6 Bit 7 Bit 8
IFP1 10110010
IFP2 10100111

Hamming-Distanz = 3

Von MD zu IFP via ProLIF

MD-Frame
MD-Frame
Ligand
+
Residue
Zerlegung
●●Distanz
Winkel
Chem. Eigenschaften
Interaktionstest
1
/
0
Codierung
IFP 10110010
Fingerprint
Beispiel-Spalten: HIS66_Hydrophobic ARG221_HBDonor TYR272_PiStacking
1 Bitvektor je Frame · ca. 75.000 Frames je Simulation Eine manuelle Sichtung dieser Datenmenge ist nicht möglich. Genau hier setzt IFPAggVis an.

IFPAggVis: zweistufige Filterung

  1. 1
    Sliding-Window-Filter (x1)

    Lokale Häufigkeit jeder Interaktion in einem Zeitfenster, Fenstergröße als Prozentsatz der Trajektorie.

  2. 2
    Occurrence-Filter (x2)

    Verwirft Interaktionen, deren Präsenz im Fenster unter dem Schwellwert liegt.

0
1
1
0
0
0
1
0
0
0
1
0
0
0
1
0
0
0
1
0
1
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1
0
1
1
1
0
1
0
1
0
binäre IFPs
lokale Häufigkeit
gefiltert

Vorteil gegenüber der starren 30-Prozent-Schwelle: Interaktionen, die nur phasenweise dominant sind, bleiben erhalten. Auf die gefilterte Matrix folgen zwei Aggregationsformen, nächste Folie.

Zwei Aggregationsformen: zeitbasiert und strukturbasiert

IFPAggVis-Pipeline mit Verzweigung in zeit- und strukturbasierte Aggregation
Zeitbasiert

Aufeinanderfolgende identische Fingerprints werden zu einem Eintrag zusammengefasst, die Zahl der Frames bleibt als Häufigkeit erhalten.

Wie lange besteht ein Bindungszustand am Stück? Die Reihenfolge bleibt.

Strukturbasiert

Identische Bitmuster werden unabhängig von ihrer zeitlichen Lage gruppiert. Jede Gruppe ist ein wiederkehrendes Bindungsmuster, in dieser Arbeit Structural IFP genannt.

Welche Muster gibt es und wie dominant sind sie? Die Zeitachse geht verloren.

Erst zusammen beantworten beide, welche Bindungsmodi es gibt und wann sie eingenommen werden.

Das Bachelorprojekt: ein erster Dashboard-Prototyp

  • Konzept: Analyse-Dashboard in drei Spalten, Kontrollpanel, Visualisierungstabs, 3D-Viewer
  • Architektur: FastAPI-Backend mit IFPSession, React-Frontend, REST dazwischen
  • Visualisierungen: serverseitig mit Matplotlib gerendert, als Bilder übertragen
  • 3D-Viewer: einzelner Trajektorie-Frame als PDB, dargestellt mit 3Dmol.js
  • Linked-View: Residue im Netzwerk wählen, Hervorhebung im 3D-Viewer
Oberfläche des Bachelorprojekt-Prototyps

Was offen blieb, und was die Bachelorarbeit daraus macht

Stand nach dem Bachelorprojekt
Bachelorarbeit
Statische Bilder vom Server, keine echte Interaktivität
Alle Ansichten clientseitig gerendert und durchgängig interaktiv
Linked-View nur zwischen Netzwerk und 3D-Viewer
Gemeinsamer Auswahlzustand, jede Auswahl wirkt in allen Ansichten
Nur die zeitbasierte Aggregation umgesetzt
Beide Aggregationsformen, Structural IFPs mit Farbsystem, Tabelle und UMAP-Karte
Vergleich zweier Simulationen nur als statischer Plot des Basispapers
Sechs abgestimmte Vergleichsansichten, beidseitiger 3D-Viewer mit räumlicher Differenzkarte

Analyseaufgaben T1 bis T7 als Bewertungsmaßstab

Ein einzelner Ligand
  1. T1Welche Interaktionen treten auf und wie häufig?
  2. T2Wie stabil oder flüchtig ist eine Interaktion, wie lange bestehen Bindungszustände am Stück?
  3. T3Welche wiederkehrenden Bindungsmuster gibt es und wie dominant ist jedes?
  4. T4Wie ähnlich sind Structural IFPs untereinander, wie ordnen sie sich in einem Übersichtsraum an?
Vergleich zweier Liganden
  1. T5Worin unterscheiden sich die Liganden, in welchen Interaktionen und Structural IFPs?
  2. T6An welchen Stellen der Bindetasche treten diese Unterschiede räumlich auf?
  3. T7Welche Residues haben gemeinsam, im selben Bindungszustand, Kontakt zum Liganden?

Jede Ansicht wird im Folgenden daran gemessen: welche Aufgabe beantwortet sie, und welche lässt sie design-bedingt offen?

Datenfluss und gemeinsamer Auswahlzustand

Komponenten und Datenfluss des Prototyps
REST-Schnittstelle

Rund 26 Endpunkte in vier Gruppen: Sitzung und Dateien, Berechnung, Daten der Einzelansichten, Daten der Vergleichsansichten.

Drei Auswahlachsen

Hervorgehobene Residues, aktiver aggregierter Fingerprint (bestimmt den Frame im 3D-Viewer), ausgewählte Structural IFPs.

Zustand in der obersten Komponente

Jede Ansicht erhält den Zustand als Eigenschaft und meldet Änderungen zurück. Antworten des Backends werden im Browser zwischengespeichert, ein Tab-Wechsel löst keine Anfrage aus.

Structural IFPs und Farbsystem

Structural-IFP-Tabelle mit Farbspalte
Grundlage

Exakte Gruppierung identischer Bitmuster, sortiert nach Häufigkeit. Der Rang ist der Name, der häufigste Fingerprint der Gruppe ist der Referenzframe für den 3D-Viewer. Beantwortet T3.

Farbsystem

Die häufigsten Structural IFPs erhalten je eine Farbe, höchstens zwölf. Jeder weitere bekommt die Farbe seines nächsten Nachbarn, mit wachsender Hamming-Distanz blasser und dunkler. Residues werden nach chemischer Klasse gefärbt.

Verworfen

Automatisch erzeugte weitere Farbtöne (nicht unterscheidbar) und zyklische Wiederholung der Palette (zwei verschiedene Muster, eine Farbe). Die Deckelung macht die Wahrnehmungsgrenze sichtbar, ein Regler stellt sie ein.

Neue Ansichten: Structural-IFP-Tabelle und UMAP-Karte

Structural-IFP-Tabelle

T3 Rang, Musterstreifen, abgedeckte Frames, Anteil als Balken, Residues in Klassenfarben. Wenige Structural IFPs decken den Großteil ab, dann eine lange Reihe seltener Muster.

Limitierung Eine Liste sagt nichts darüber, welche Muster einander ähneln.

UMAP-Karte der Structural IFPs

T4 UMAP sucht eine 2D-Anordnung, in der die nächsten Nachbarn im Hamming-Raum benachbart bleiben. Radius = Frames, Farbe = Structural IFP, optional der zeitliche Pfad.

Limitierung Die Achsen tragen keine Bedeutung, nur lokale Nachbarschaft ist verlässlich. Welche Interaktion zwei Nachbarn trennt, bleibt offen.

Verlaufsansichten jetzt interaktiv und gekoppelt

Vorkommens-Plot mit Farbband

T2, T3 Häufigkeit je zeitbasiert aggregiertem Fingerprint. Das Farbband darunter bringt beide Aggregationsformen in eine Darstellung: wenige dominante Structural IFPs, zu bestimmten Zeiten eingenommen.

Interaktion Ziehen setzt einen Bereichsfilter, der Distanzmatrix, Frame-Regler und Tabelle mit einschränkt. Kennzahlen werden neu berechnet, nicht nur abgeblendet.

Distanzmatrix

T4, T2 Paarweise Hamming-Distanzen, Zellen auf Canvas, Achsen und Fadenkreuz als SVG darüber. Zoom verändert Zeilen und Spalten stets gemeinsam, damit die Diagonale ihre Lesart behält.

Entfernt Die automatische Residue-Auswahl beim Klick auf einen Structural IFP. Sie erzeugte systematisch falsche Treffer, weil zwei Auswahlachsen vermischt wurden.

Vergleich zweier Liganden: sechs Kodierungen auf drei Ebenen

Fingerprint-Ebene Six-Lane
Six-Lane
Structural-IFP-Ebene Kreuzmatrix
Kreuzmatrix
Structural-IFP-Ebene Bipartiter Graph
Bipartiter Graph
Structural-IFP-Ebene Geteiltes Embedding
Geteiltes Embedding
Interaktionsebene Residue-Belegungs-Scatter
Belegungs-Scatter
Interaktionsebene Chord-Diagramm
Chord-Diagramm

Aus zehn Entwürfen wurden sechs ausgewählt, vier verworfen. Gemeinsam: Titel, Legende, Tooltip, Auswahl und die Identitätsfarben MC-LR und MC-LF.

Six-Lane Fingerprint-Ebene

Six-Lane-Ansicht
Beantwortet T5

Welche Zustände teilen beide Liganden, und an welchen Stellen der jeweiligen Trajektorie liegen die Übereinstimmungen?

Kodierung

Sechs Spuren, drei je Ligand, Fingerprints in zeitlicher Reihenfolge. Eine Linie verbindet Paare unterhalb der Schwelle, die Farbe kodiert identisch oder ähnlich sowie innerhalb oder zwischen den Liganden. Layout des Basispapers, Interaktivität ergänzt.

Limitierung und Voreinstellung

Von rund 36.700 Verbindungen entfallen etwa 34.900 auf ähnliche Paare innerhalb eines Liganden. Sie würden die rund 830 Verbindungen zwischen den Liganden überdecken und sind daher zu Beginn ausgeblendet.

Kreuzmatrix Structural-IFP-Ebene

Kreuzmatrix
Beantwortet T5

Welcher Structural IFP des einen Liganden entspricht welchem des anderen?

Kodierung

Zeilen: häufigste Structural IFPs von MC-LR, Spalten: die von MC-LF. Zellfarbe kodiert die Ähnlichkeit, Rahmen markieren identische und ähnliche Paare nach den Schwellen der Analyse.

Designentscheidung

Wechsel von der Fingerprint- auf die Structural-IFP-Ebene. Mehrere hundert Fingerprints je Ligand ergäben ein unlesbares Geflecht.

Limitierung

Voreingestellt dreißig je Ligand, vorhanden sind 322 und 249. Ein Regler macht die Auswahl sichtbar. Und wie die Distanzmatrix zeigt sie, wie ähnlich, nicht worin.

Bipartiter Graph Structural-IFP-Ebene

Bipartiter Graph
Beantwortet T5

Welche Structural IFPs haben beim anderen Liganden überhaupt einen Partner? Ein Knoten ohne Kante hat keine Entsprechung, das ist ein unmittelbarer Befund.

Kodierung

Dieselbe Matrix als Graph. Linke Spalte MC-LR, rechte MC-LF, Radius nach Verweildauer. Eine Kante nur unterhalb eines einstellbaren Schwellwerts, Deckkraft nach Ähnlichkeit.

Limitierung

Eine Kante ist eine Ja-Nein-Entscheidung, die Abstandsverteilung geht verloren. Ein isolierter Knoten sagt nicht, welche Interaktion ihm fehlt. Das beantwortet erst der Belegungs-Scatter.

Geteiltes Embedding Structural-IFP-Ebene

Geteiltes UMAP-Embedding beider Liganden
Beantwortet T4 und T5

Die kompakteste Gesamtaussage: wo sich beide Farben mischen, nehmen beide Liganden denselben Bereich ein. Einfarbige Bereiche gehören einem Liganden allein.

Kodierung

UMAP auf der Vereinigung der Muster beider Liganden, dadurch sind die Abstände über beide hinweg vergleichbar. Farbe = Ligand, Radius = Verweildauer.

Limitierung

Die Vorbehalte der Einzelkarte wiegen hier schwerer. Ob zwei Punktwolken überlappen, hängt auch von der Verteilung durch das Verfahren ab. Die Karte gibt einen ersten Eindruck, den Kreuzmatrix oder bipartiter Graph bestätigen müssen.

Residue-Belegungs-Scatter Interaktionsebene

Residue-Belegungs-Scatter
Beantwortet T5 auf der feinsten Ebene

Welche einzelne Interaktion unterscheidet einen Liganden vom anderen?

Kodierung

Je Interaktion die frame-gewichtete Belegung: x für MC-LR, y für MC-LF. Punkte auf der Diagonale nutzen beide gleich stark, der Abstand zur Diagonale misst den Unterschied. Beschriftet werden die acht größten Abstände, einstellbar per Regler.

Limitierung

Jede Interaktion steht für sich. Zwei Liganden können in jeder Interaktion ähnlich belegt sein und trotzdem völlig verschiedene Kombinationen bilden. Das zeigt erst das Chord-Diagramm.

Chord-Diagramm Interaktionsebene

Chord-Diagramm
Beantwortet T7, als einzige Ansicht

Welche Residues haben gleichzeitig Kontakt zum Liganden?

Kodierung

Residues auf einem Kreis, ein Bogen je Paar mit gemeinsamem Auftreten, Stärke nach frame-gewichtetem Anteil je Ligand. Vier Modi: der größere Wert, Ligand 1, Ligand 2 oder der Betrag der Differenz. Voreingestellt die 600 stärksten Bögen.

Verworfen

Radiale Balken je Residue. Sie zeigten die Kontakthäufigkeit, aber nicht die Paarbeziehung, um deretwillen die Ansicht existiert.

Limitierung

Der Interaktionstyp geht verloren, nur paarweises Auftreten, Zeitbezug vollständig aggregiert.

Beidseitiger 3D-Viewer und räumliche Differenzkarte

Beidseitiger 3D-Viewer im Differenzmodus neben dem Chord-Diagramm
Beantwortet T6

An welchen Stellen der Bindetasche unterscheiden sich die Liganden? Die sechs Kodierungen benennen Unterschiede, der Viewer verortet sie.

Kodierung

Zwei Bereiche übereinander, oben MC-LR, unten MC-LF. Je Residue die Summe der Belegungsdifferenzen: Vorzeichen = stärker nutzender Ligand, Betrag = Stärke. Färbung vom neutralen Grau zur Identitätsfarbe. Drei Kopplungen: Differenzkarte, Hover-Linking, Sprung auf den Referenzframe.

Verworfen

Divergierende Skala Rot-Weiß-Blau wie in Surfaces. Die Identitätsfarben halten die Bedeutung über alle Vergleichsansichten gleich. Ebenso verworfen: nur den aktiven Liganden zeigen und umschalten.

Limitierung

Die Summe verdeckt gegenläufige Beiträge: Wasserstoffbrücke bei einem, hydrophober Kontakt beim anderen Liganden, gleich häufig, erscheint unauffällig. Keine Superposition beider Posen.

Live-Demo

Übergreifende Einschränkungen

Schmale Datengrundlage
Alle Ansichten wurden an einem einzigen System erprobt, PPP1 mit MC-LR und MC-LF. Ob Voreinstellungen und Schwellwerte bei anderen Systemen passen, ist nicht geprüft.
Annahme beim Frame-Bezug
CSV-Zeilen und Trajektorien-Frames müssen eins zu eins und in derselben Reihenfolge vorliegen. Das wird nicht geprüft. Bei beschnittenen Trajektorien zeigt der Viewer den falschen Frame, ohne es zu bemerken.
Flüchtiger Sitzungszustand
Alles liegt im Arbeitsspeicher eines Prozesses für genau eine Sitzung. Kein Speichern, kein Export der Datenrahmen oder Abbildungen. Hochgeladene Trajektorien werden im temporären Verzeichnis nicht aufgeräumt.
Verworfene kinetische Analyse
Ein Markov-Zustandsmodell über die Folge der Structural IFPs wurde umgesetzt und wieder entfernt. Nur rund 520 Übergänge, fast jeder Structural IFP wird nur einmal besucht, die Makrozustände kollabierten regelmäßig auf zwei.

Zusammenfassung und Ausblick

Erreicht
  • Von statischen Bildern zu einem durchgängig interaktiven Prototyp, alle Diagramme clientseitig gerendert
  • Beide Aggregationsformen gemeinsam, Structural IFPs mit Farbsystem, Tabelle und UMAP-Karte
  • Sechs Vergleichsansichten derselben Daten, von der Fingerprint-Ebene bis zur einzelnen Interaktion
  • Beidseitiger 3D-Viewer mit räumlicher Differenzkarte, der die Unterschiede in der Bindetasche verortet
  • Ein Linked-View-Mechanismus über alle Ansichten, jede Auswahl wirkt überall
Offen
  • Differenzkarte nach Interaktionstyp aufschlüsseln
  • Filter nach Interaktionstyp im Backend
  • Sitzungen speichern und exportieren, expliziter Frame-Bezug beim Import
  • Superposition beider Posen im Viewer
  • Erprobung an weiteren Protein-Ligand-Systemen

Quellen

  1. [1]
    Sabrina Jaeger-Honz, Karsten Klein und Falk Schreiber. „Systematic analysis, aggregation and visualisation of interaction fingerprints for molecular dynamics simulation data“. In: Journal of Cheminformatics 16.1 (2024), S. 28. DOI: 10.1186/s13321-024-00822-3
  2. [2]
    Lucas Dollmann. „Entwicklung eines GUI-Prototypen für die Python-Bibliothek IFPAggVis“. Bachelor-Projekt, Universität Konstanz, 2025/2026.
  3. [3]
    Cédric Bouysset und Sébastien Fiorucci. „ProLIF: a library to encode molecular interactions as fingerprints“. In: Journal of Cheminformatics 13.1 (2021), S. 72. DOI: 10.1186/s13321-021-00548-6
  4. [4]
    Zhan Deng, Claudio Chuaqui und Juswinder Singh. „Structural Interaction Fingerprint (SIFt): A Novel Method for Analyzing Three-Dimensional Protein-Ligand Binding Interactions“. In: Journal of Medicinal Chemistry 47.2 (2004), S. 337–344. DOI: 10.1021/jm030331x
  5. [5]
    Martin Karplus und J. Andrew McCammon. „Molecular dynamics simulations of biomolecules“. In: Nature Structural Biology 9.9 (2002), S. 646–652. DOI: 10.1038/nsb0902-646
  6. [6]
    Leland McInnes, John Healy und James Melville. „UMAP: Uniform Manifold Approximation and Projection for Dimension Reduction“. arXiv (2018). DOI: 10.48550/arXiv.1802.03426
  7. [7]
    Dmitry Kobak und George C. Linderman. „Initialization is critical for preserving global data structure in both t-SNE and UMAP“. In: Nature Biotechnology 39.2 (2021), S. 156–157. DOI: 10.1038/s41587-020-00809-z
  8. [8]
    Ben Shneiderman. „The Eyes Have It: A Task by Data Type Taxonomy for Information Visualizations“. In: Proceedings of the IEEE Symposium on Visual Languages (1996), S. 336–343. DOI: 10.1109/VL.1996.545307
  9. [9]
    Davide Ceneda et al. „Characterizing Guidance in Visual Analytics“. In: IEEE Transactions on Visualization and Computer Graphics 23.1 (2017), S. 111–120. DOI: 10.1109/TVCG.2016.2598468
  10. [10]
    Natália Teruel, Vinicius Magalhães Borges und Rafael Najmanovich. „Surfaces: a software to quantify and visualize interactions within and between proteins and ligands“. In: Bioinformatics 39.10 (2023), btad608. DOI: 10.1093/bioinformatics/btad608

Backup: Gesamtoberfläche des Prototyps

Gesamtoberfläche im Übersichtsmodus

Backup: Einordnung bestehender Tools

Tool IFP-basiert MD-temporal Sim.-Vergleich Bindungsmodus-Gruppierung Mehrere abgestimmte Vergleichsansichten Interaktive GUI 3D-verknüpft
ProLIF1100000
PLIP1000011
PoseEdit1000011
MDContactCom0110001
InterMap / InterVis1100010
MolSieve0111010
GRADE / X-GRADE1001000
IFPAggVis1110000
Diese Arbeit1111111

1 = vorhanden, 0 = nicht vorhanden. Tabelle 3.1 der Arbeit.

Backup: Anforderungen

Funktional
  1. F1IFPs beider Liganden im ProLIF-Format einlesen, zweistufig filtern, zeit- und strukturbasiert aggregieren
  2. F2Mehrere abgestimmte Ansichten je Ligand auf beiden Aggregationsformen
  3. F3Sechs abgestimmte Vergleichsansichten derselben Daten
  4. F4Alle Ansichten interaktiv, Auswahl synchron in allen sichtbaren Darstellungen
  5. F53D-Viewer markiert Residues, im Vergleich beidseitig mit drei Kopplungen
Nicht funktional und technisch
  1. N1Antwortzeiten der Analyse im Sekundenbereich
  2. N2Zoom, Filter und Hover ohne Server-Aufruf
  3. N3Konsistente Farb- und Bediensprache
  4. N4Selbsterklärend durch Titel, Legenden, Tooltips
  5. N5Web-basiert, Berechnung auf dem Server, Interaktion im Client
  6. N6Gängige, gut unterstützte Technologien
  7. N7Reproduzierbare Dimensionsreduktion

Backup: Beispieldatensatz und Parameter

Datensatz
Protein-Phosphatase 1 (PPP1) mit den Microcystin-Kongeneren MC-LR und MC-LF, Fallstudie des Basispapers. Interaktionen mit ProLIF berechnet, Wassermoleküle und Manganionen einbezogen.
Umfang
MC-LR: 86 Interaktionen an 43 Residues. MC-LF: 55 Interaktionen an 33 Residues. Überwiegend hydrophobe Kontakte und Wasserstoffbrücken, dazu ionische Wechselwirkungen und π-Stacking. Parameter x1 = 1 %, x2 = 20 %.
Distanzen und Embedding
Manhattan-Distanz aus scikit-learn, für Binärvektoren gleich der Hamming-Distanz, vektorisiert statt Python-Schleife. UMAP mit Hamming-Metrik, festem Zufallsstartwert, min_dist 0,1, n_neighbors 10 (Einzelkarte) und 15 (geteilte Karte).
Antwortzeiten im Browser
Six-Lane bündelt Verbindungslinien je Farbgruppe zu einem Pfad. Frame-Regler zeitlich entkoppelt. Abgeleitete Größen nur bei Änderung neu berechnet. Diagramme über einen Größenbeobachter an das Fenster angepasst.

Backup: die vier verworfenen Vergleichsentwürfe

Divergierende Balken
Je Interaktion ein Balken für die Belegungsdifferenz der beiden Liganden, nach links oder rechts ausschlagend (Difference-Map-Idee).
Mengendarstellung im Stil von UpSet
Interaktionen aufgeteilt in geteilt, nur Ligand 1 und nur Ligand 2, mit Schwellwertregler und Punktmatrix.
Barcode über Interaktion und Structural IFP
Fingerprint-Heatmap über Interaktion und Structural IFP, der Block des ersten Liganden neben dem des zweiten.
Attributionsdarstellung
Beitrag einzelner Bits zur Ähnlichkeit eines wählbaren Paares von Structural IFPs, angelehnt an Similarity Maps für molekulare Fingerprints.

Reduktion von zehn auf sechs in Abstimmung mit der Betreuerin. Die vier Entwürfe wurden vollständig entfernt, die Versionsgeschichte bewahrt sie.

Backup: Frame-Bezug eines aggregierten Fingerprints

  1. 1
    x1-Filter → Offset

    Der zentrierte gleitende Mittelwert entfernt Randzeilen am Anfang und Ende.

  2. 2
    Aggregation → Häufigkeit

    Identische Fingerprints zusammengefasst, ein Bereich statt eines Einzelframes.

Agg. IFP Post-x1-Start Häufigkeit CSV-Start CSV-Ende CSV-Mitte
#00391110
#135121614
#282171817
Beispiel: 1000 Frames, x1 = 2 % (Offset = 9)
Annahme
CSV-Zeile und Trajektorien-Frame entsprechen einander eins zu eins. Für den verwendeten Datensatz trifft das zu, geprüft wird es nicht. Bei Auswahl eines Structural IFP springt der Viewer auf dessen repräsentativen Fingerprint, den häufigsten Eintrag der Gruppe.